Anlässe 2016

Datum Anlass Ort Info Ausrichtung
29.09.2016 WDA Expertendialog
«Die Medizin im Alter»

Luzern (CH)

tba National
27.09.2016 Ko-kreativer Workshop bei der Post
Bern
(CH)
WDA Arbeitswelt Partner National
19.09.2016
        -
04.11.2016

8. WDA Gastvorlesung an der Universität St. Gallen
«Megatrend - Global Demographic Change»

St. Gallen (CH) Weitere Auskünfte:
hgroth@wdaforum.org
Regional
10.11.2016 9. Regionalanlass WDA Forum
«Wirtschaftsphilosophische Sprechstunde»
St. Gallen (CH)

Programm

Anmeldung

Regional
20./21.11 2016

WDA Book Launch Event
«Africa's Population: In Search of a Dividend»

Capetown (RSA) hgroth@wdaforum.org International
17.11.2016 6. WDA Fachkonferenz Netzwerk Arbeitswelt tba tba National
11 / 2016

«Altersvorsorge im internationalen Vergleich - Wie stellt sich Deutschland dar?»
In Zusammenarbeit mit dem Institut für Versicherungswirtschaft der Universität St. Gallen

München (GER) tba International

8. WDA Regionalanlass "Die 4. Säule"

Am Dienstag 10. Mai 2016 fand im Katharinensaal in St. Gallen der 8. WDA Regionalanlass zum Thema „die 4. Säule“ statt.

Die demografische Alterung zwingt uns über neue Formen für ein solidarisches Zusammenleben im Alter nachzudenken. Ziel ist, dass Menschen im Alter oder in schwierigen Lebenssituationen zu Hause bleiben können und dabei durch erfahrene und liebenswürdige Freiwillige - gut umsorgt bleiben. Hierzu gibt es zahlreiche Modelle und Erfahrungen. Das sogenannte Modell der Zeitvorsorge erscheint uns dabei nicht nur innovativ und umsetzbar, sondern auch solidarisch und generationenübergreifend.

Hanspeter Thür, Mitglied des Stiftungsrates des WDA Forum und UBS Leiter Private Clients Region Ostschweiz, erläuterte zu Beginn das reformbedürftige 3-Säulen System der Schweiz. Anschliessend stellte Susanna Fassbind, Co-Präsidenten des Vereins KISS Schweiz, ihr Modell „Die 4. Geldfreie Vorsorgesäule – generationenübergreifend und schweizweit“ vor. Im dritten Referat wurde das Regionale Projekt „Zeitvorsorge St. Gallen – eine Stadt geht kreative Wege“ von Priska Muggli, der Geschäftsführerin der Stiftung Zeitvorsorge, vorgestellt. Im Anschluss standen die Referenten für Fragen aus dem Publikum zur Verfügung. Der Apéro im Innenhof bot die Gelegenheit sich weiter auszutauschen.

 

Die WDA Arbeitswelt an der Personal Swiss

Am 13. April 2016 veranstaltete die WDA Arbeitswelt an der Personal Swiss eine Forumspräsentation zum Thema „Smart Ageing? Gut positioniert im demografischen Wettbewerb.“

Unter der Moderation von Regina Regenass, Managing Director WDA Forum, haben zwei ausgewiesene Fachreferentinnen über die tiefgreifenden Implikationen des demografischen Wandels für die Arbeitswelt referiert.

Brigitte Gubser, Geschäftsführerin der Visberg AG, erläuterte das enorme Potential der Babyboomer Generation, welches die Unternehmen erkennen und nutzen sollten. Denn die neue Rentnergeneration revolutioniert das stereotype Altersbild und setzt für den Arbeitsmarkt neue Massstäbe. Die Visberg AG möchte das Potential der Babyboomer Generation in Wirtschaft und Gesellschaft etablieren.

Claudine Tesan, Unternehmensberaterin und Laufbahn-Coach, referierte über den Mehrwehrt, den ein nachhaltiges und erfolgreiches Generationenmanagement einem Unternehmen bringen kann. Ziel des Generationenmanagements ist es die Erhaltung und Förderung der Arbeitsfähigkeit, der Lebensqualität und Zusammenarbeit aller Generationen, während allen Phasen des Erwerbslebens.

Dass der demografische Wandel die Arbeitswelt beschäftigt, zeigte sich auch an den vielen Fragen, welche im Anschluss an die Präsentation gestellt wurden. Das WDA Forum bedankt sich ganz herzlich bei den beiden Referentinnen für ihr Engagement.

4. Treffen WDA Generationenclub – Ein Abend mit Hanspeter Trütsch

Am 25. Februar 2016 fand im Schlössli St. Gallen das 4. Treffen des WDA Generationenclubs statt. Gast des Abends war der langjährige Leiter der SRF Bundeshausredaktion Hanspeter Trütsch.

In der schönen Burgerstube des Restaurant Schlössli fanden sich zahlreiche Mitglieder des WDA Generationenclubs ein um Hanspeter Trütsch zuzuhören.

Konstantin Köberle begrüsste den Bundeshausjournalisten in einer turbulenten Zeit. Zum einen gibt Hanspeter Trütsch die Leitung der SRF Bundeshausredaktion auf Anfang März ab und war mitten in der Übergabe. Der langjährige Redaktionsleiter wird aber mit einem reduzierten Pensum weiterhin aus Bern berichten. Andererseits standen die heiss diskutierten Abstimmungen vom letzten Sonntag an. So war es auch keine Überraschung, dass diese beiden Themen die Ausführungen des Referenten sowie die Fragen des Publikums prägten. Hanspeter Trütsch zeigte ein nüchternes Bild der Schweizer Politik auf und verwies auf zahlreiche Baustellen, die noch zu bearbeiten sind.

Hans Groth der Verwaltungsratspräsident des WDA Forums erläuterte im Anschluss das Highlight des Jahres 2016, das 10. WDA Forum „Our Next World“. Der gemütliche Abend wurde durch einen vorzüglichen Apéro der Schlössli-Küche abgerundet.

Panel Food Security

9. WDA Regionalanlass

Perspektiven der Altersvorsorge – eine wirtschaftsphilosophische Sprechstunde
St. Gallen, den 10. November 2016

Im Eröffnungsvortrag sprach Professor Dr. Walter Ackermann von der Universität St. Gallen zum Thema ‚Perspektiven der Altersvorsorge’. Der Referent betonte einleitend, dass aktuell im internationalen Vergleich das schweizerische Altersvorsorgesystem nach wie vor sehr gute Noten erhält. Es gehe nun aber darum, diese gute Ausgangslage auch als alternde und überaus gesunde Gesellschaft beizubehalten. Dabei wies der Referent auf zwei Problemfelder hin: 

  • Aus wissenschaftlicher Sicht ist nicht zu bestreiten, dass sowohl in der AHV (1. Säule) wie auch in der beruflichen Vorsorge (2. Säule) sich mittelfristig eine Finanzierungslücke in Milliardenhöhe aufbaut.
  • Ein Hauptproblem der Altersvorsorge ist allerdings der fehlende politische Konsens, der seit Jahren jede Reformdiskussion blockiert.

Der Schwerpunkt seiner Überlegungen galt den mittel- und langfristigen Herausforderungen der Altersvorsorge. Professor  Ackermann analysierte dabei vier zentrale Einflussbereiche:

Demografie, volkswirtschaftliches Wachstum, Arbeit 4.0 sowie gesellschaftlicher Wertewandel.

  • Die verlässlichsten Daten liegen im Bereich der Demografie vor. Bekannt und häufig thematisiert wird dabei der Umstand, dass in den nächsten 20 Jahren die Zahl der Rentner sprunghaft ansteigen wird (Babyboomer-Generation). Der Referent wies jedoch darauf hin, dass diese aus Sicht der Rentenfinanzierung ungünstige Entwicklung nur vorübergehender Natur sei. Er sieht im Phänomen der zunehmenden Langlebigkeit nahezu aller Bevölkerungskreise die entscheidende und dauerhafte Herausforderung für die Altersvorsorge.
  • Das volkswirtschaftliche Wachstum ist von entscheidender Bedeutung für die Sicherung der Leistungsversprechen in der Altersvorsorge. Hier zeigte der Referent auf, dass die durchschnittlichen Zuwachsraten seit Ende des letzten Jahrhunderts in der Mehrheit der entwickelten Volkswirtschaften stark rückläufig sind. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob diese Entwicklung das Ergebnis einer langdauernden Rezession sei, oder ob unsere Volkswirtschaften am Beginn einer säkularen Stagnation – eine langdauernde Wachstumsschwäche – stehen. Nach Ansicht zahlreicher Experten spricht vieles für eine säkulare Stagnation. Eine Entwicklung, welche die langfristige Garantie der ausgesprochenen Leistungsversprechen ernsthaft in Frage stellt.
  • Sowohl die Finanzierung als auch die Rentenansprüche der Altersvorsorge sind eng mit der Erwerbstätigkeit verbunden. Unter dem Stichwort ‚Arbeit 4.0’ zeigte der Referent auf, wie die Digitalisierung die Erwerbsarbeit in den kommenden Jahren fundamental verändern könnte. Aktuelle Studien deuten an, dass in zahlreichen Industrien 20–50 Prozent der Arbeitsplätze substituiert werden könnten – mit schwerwiegenden Auswirkungen auf die Finanzierung eines Sozialstaates.
  • Der vierte relevante Einflussbereich umfasst das weite Spektrum des gesellschaftlichen Wertewandels. Hier stehen Fragen über die Entwicklung der Formen des Zusammenlebens oder die Ausprägung der gesellschaftlichen Solidarität im Zentrum. 

Professor Ackermann fasste die Erkenntnisse seiner Ausführungen in einem ‚Szenario Altersvorsorge 2050’ zusammen. Dabei wurde klar, dass der Reformbedarf in der Altersvorsorge mit hoher Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren viel ausgeprägter sein wird, als dies heute von der Öffentlichkeit und dem Politiksystem geschätzt wird. In den Worten des Referenten:

„In unserer heutigen Altersvorsorge spiegeln sich die sozio-ökonomischen Bedingungen einer rasch wachsenden Industriegesellschaft im späten 19. Jahrhundert. Diese ‚DNA’ passt nicht mehr zu den Prämissen einer globalen, digitalisierten Wirtschaft und Gesellschaft im 21. Jahrhundert.“

Der sich abzeichnende Reformbedarf in der Altersvorsorge kann nach Ansicht des Referenten nur in Teilschritten bewältigt werden. In einem ersten Schritt muss Zeit gewonnen werden. Dies kann durch eine Zustimmung zur Altersreform 2020 erreicht werden. Sie stabilisiert das System für die nächsten 10–15 Jahre. In einem zweiten Schritt gilt es, die Altersvorsorge den demografischen Realitäten einer langlebigen Gesellschaft anzupassen. Als dritter und anspruchsvollster Schritt sieht der Referent die Anpassung der Finanzierungs- und Leistungsstrukturen an die veränderten Bedingungen einer digitalen Volkswirtschaft.

Icon filetype pdf Folien der Referenten (2.6 MB)